Schattenseminar

Seid ganz lieb gegrüßt!

Am Dienstag kam das erste mal, kurz vor dem Nordkap (nicht bei uns) für 20 min die Sonne am Horizont hervor. Einen Tag später dann schon knapp 1,5 h. Da möchte um diese Zeit auch mal sein, und das erleben. Ist bestimmt spannend.Hier wir es auch mit großen Schritten heller!
Am Mittwoch und Donnerstag war ich bei einem Seminar. Oder besser, ich war dabei, habe ganz viel über mich selbst gelernt und wie ich mit (und nicht an) dem Bewohner arbeiten kann. Ich weiß zwar, was gut für den Bewohner ist, aber weiß er nicht selbst, was gut für ihn ist? Wer ist der Experte seines Lebens? JEDER Mensch selbst, ikke sant? Und, es geht um das Verstehen, immer wieder. Warum ist der andere so? Was bewegt ihn? Was hat er schon erlebt. Und was ist in mir, was sich in dem anderen als Widerstand zeigt? Ganz spannend!
Work with me, not on me“, war der Titel des Seminars. Seminarleiterin war eine Australierin, die weltweit Seminare gibt und schon überall auf der Welt in anthroposophischen Einrichtungen gelebt hat. Sehr spannend.Leider war ich nach dem ersten Tag so fertig, dass ich früh ins Bett musste. Ich bin jetzt in dem Sprachstrudel, den vermutlich alle erfahren, die in ein Land gehen, in dem man nicht nur mit der Landessprache zurecht kommt. Wir haben im Haus sprachlich schon viel gemixt, aber das war jetzt echt eine krasse Erfahrung. Nach einem Tag, fast ausschließlich englisch. Ich war froh, wenn jemand norwegisch gesprochen hat. Nach dem zweiten Tag ging es besser, allerdings habe ich in englisch dann irgendwann abgeschaltet. Wir haben viel mit Eigenerfahrung gearbeitet. Was löst diese Frage in mir aus. Oder eine Situation mit einem Bewohner, als Partnerübung. Zwischendurch werden die Rollen gewechselt und somit die Perspektive. Sehr aufschlussreich! Und zwar: das, was den Widerstand auslöst, ist in mir selbst. Ich würde das als Schattenarbeit bezeichnen.

Am Sonnabend hat es fast den ganzen Tag geschneit, 30 cm, vielleicht. Es sieht wieder zauberhaft draußen aus. Sonntag noch mal und die Schneefräse war auch schon mehrfach unterwegs. Und sogar den kleinen Rundweg kann man gut gehen, da war auch jemand mit Schneefräse.

Sonntag A bend habe noch jemanden vom Bahnhof aus Tønsberg abgeholt. Es war ab Andebu richtig glatt. Auf dem Hinweg standen in Andebu hinter der Kurve (davon gibt es in Norwegen sehr viele) 2 Rehe auf der Straße. Da ich aber mit 30 unterwegs war, war keine Gefahr. Somit war ich spät zu Hause. Darf ich vorstellen: Caspar.

Es war eine schöne Woche.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute