Ein erholsames Wochenende

Heisann alle sammen!

Am Mittwoch war schriftliche norskprøve und Donnerstag mündliche. Also habe ich jetzt inoffiziell A2. Eine offizielle Prüfung würde wohl richtig Geld kosten. Aber die Prüferin hat mich gefragt, ob ich auch B2 machen möchte. Ja – aber nicht jetzt! Unser Hofleiter hat ein zu klein geborenes Lämmchen im Stroh gefunden, dass jetzt mit der Flasche aufgezogen wird. So ein kleines Schaf habe ich noch nie gesehen.
Der Rest der letzten Woche war mit Vorfreude auf das Wochenende gefüllt. Sonnabend habe ich einen Bewohner zu seiner Schwester nach Skien gebracht. Osterferien. Von dort bin ich weiter in die Telemark zu meiner Freundin gefahren. Richtig gut. Auch wenn sie Sonntag nach Oslo (5 Stunden einfache Fahrt) gefahren ist, um ihre Tochter abzuholen. In der Nacht hatte es geschneit, was aber schnell weggetaut war. So war ich mit ihrem Hund allein und wir haben gemeinsam um die Wette gejault… Frauchen nicht da...Wir waren also öfter mal unterwegs, auch in Fyresdal und im Kleivgrend. Abends waren alle wieder da und wir haben noch schön geschnattert. Fyresdal ist voll von norwegischen Touristen und die Fyresdaler sind noch weiter weg… ganz weit oben in den Bergen. Nach dem Frühstück bin ich dann los – einfach gondeln und die Landschaft genießen.
Manche Seen sind hier noch mit einer (dicken) Eisschicht bedeckt. Andere frieren selten zu oder nur teilweise. In Bø war ich beim Sport Outlet und habe ein paar neue Wanderschuhe erstanden. Die alten hatte ich noch im letzten Jahr weggeworfen, weil ich nach kurzen Spaziergängen Schmerzen im rechten Fuß bekommen habe. Das brauchte ich nicht. Wer weiß, was mit dem Schuh war. Die Schuhe haben mich seit 2019 begleitet. Ich habe beschlossen, in den Ferien im Sommer zu wandern.
Zeitumstellung gab es hier auch…

So gegen 18 Uhr war ich dann zu Hause und habe erstmal die Hundespuren im Auto beseitigt. Es war ein richtig erholsames Wochenende, ohne Webstuhl und ohne Verpflichtungen und vor allem begann es schon Sonnabend so gegen 18 Uhr.

Hier ist inzwischen die Påskeuke (Osterwoche) angebrochen. Palmsonntag wurde das Trekongespreparat (Drei-Königs-Präparat) aktiviert und versprüht. Aber dazu in der kommenden Woche mehr.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Ein glückliches Ende

Heisann alle sammen!

Wir hatten im Haus ein paar Tage kein Internet, deshalb bin ich jetzt etwas später dran als gewöhnlich. Das Wetter war traumhaft am Wochenende und ich habe den Webstuhl fast fertig abgewebt. Und doch war mein erster Arbeitstag der Woche ein ganz anderer. Die Ljabruskole war zu Besuch. Damit hatte ich jetzt nichts zu tun, weshalb ich mich nicht darum gekümmert habe. Es waren also kleine Kinder, mit Einschränkungen (oder auch ohne) im Dorf. Und ein Kind ist dann schon mal losgegangen, ein Mädel mit Down Syndrom und wurde 5 Stunden gesucht. Zuerst von uns, dann hat die Polizei gesucht, mit Hunden und Drohnen… und der Hubschrauber hat sie dann gefunden und wohlbehalten wieder im Dorf abgegeben. Allerdings war uns überhaupt nicht wohl. Ich selbst hatte das Gefühl, neben mir zu stehen. Das Dorf war voll mit „fremden Leuten“, im Kontoret war die Zentrale. So unwirklich. Und der Hubschrauber erst… eine fliegende Intensivstation. Nun kann sich alles wieder beruhigen und ich habe erst mal Rescuetropfen nehmen müssen.

Heute abend war dann noch Norskkurs, weil morgen schriftlich und für einige auch mündliche Prüfung ist. Ich bin Donnerstag dran. Na wird schon.

Zu den Broddern noch ein kleiner Nachtrag: Auch Pferde und Trecker nutzen sowas… allerdings besser ersichtlich wenn Schnee und Eis geschmolzen sind: Eisnägel beim Pferd und Schneeketten beim Trecker.

Am 20.3. habe ich meine Temperatur- bzw. Jahresdecke angefangen zu häkeln. Jeden Tag eine Reihe. Also braucht das Projekt etwas Zeit. Ich habe wundervolles Garn aus 100 % norwegischer Wolle in einem Stoff- und Wollladen hier auf dem Land gefunden. Genial!

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

23. Woche

Heisann alle sammen!

Schon 23 Wochen bin ich hier! Leute, wie die Zeit vergeht! Freitag war ein Sturm und sehr viel Regen (masse vann), dass der kleine, noch meist mit Eis bedeckte Fluss keine andere Wahl hatte, als schnellstens aufzutauen und sich in ein reißendes Gewässer zu verwandeln. So schnell kann das gehen. Inzwischen hat er sich beruhigt und fließt nur noch ein bisschen aufgeregt. Eine Kollegin hatte sich im Februar ganz kompliziert den Fuß gebrochen und ist nach 2 Operationen mit ihrem Liegegips zu Hause. Und neulich sitzt sie morgens auf dem Sofa, trinkt ihren Kaffee und schaut nach links und vor ihrem Fenster, ca 2,5 m entfernt steht ein Elch. Und ich stehe früh auf und gehe Runden (auch um einen Elch zu sehen) und sie sitzt einfach auf dem Sofa. Allerdings heißt das Gebiet, wo ihr Häuschen steht „Elchgrund“. Ich hätte den Elch auch sehen können…ihr Häuschen steht in Sichtweite, vermutlich war ich da aber gerade unterwegs..

Gestern früh bin ich die 2-Stunden-Runde der letzten Woche gelaufen. Das Wetter wurde besser, aber der Waldweg war teilweise noch mit Eis bedeckt und ich war froh, dass ich für meine Barfußschuhe die leichten Brodder mit hatte. Das Modell mit den Ketten (wirklich das beste) ist bei den Barfußschuhen unangenehm. Und die Brodderschuhe wollte ich nicht mehr tragen. Reicht irgendwann. Auf dem Rückweg hörte ich ein Geräusch, dass mir hier noch nie begegnet ist: Kraniche! Grüße aus der alten Heimat, so kam es mir vor. Ein Kranichpaar flog über mir eine Runde und drehte wieder ab. Das war wirklich ein kleines Erlebnis.

Am Donnerstag war ich in der Tischlerei und habe mein nächstes Projekt mit dem Werkstattleiter besprochen: einen Hocker. Allerdings will ich erst mal den Webstuhl leer weben. Also, es wird mir hier nicht langweilig. Und mein Fahrrad ruft auch langsam wieder…

Heute fand ich eine Blaumeise, liegend auf dem Rücken. Vermutlich ist sie gegen die Scheibe geflogen. Ich habe sie mitgenommen, in eine gepolsterte Müslischale gesetzt und ihr ein paar Tropfen Wasser auf meinem Finger angeboten. Dann habe ich sie mit einem Tuch zugedeckt und bin wieder los. Nach vielleicht 1-2 Stunden habe ich das Tuch weggenommen und da flatterte sie schon los. Bloß weg hier! Gute Reise kleine Meise!

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Erledigt!

Heisann alle sammen!

Sonntag habe ich einen langen Spaziergang gemacht, vorbei an einem alten Gehöft, das noch als Ferienhaus genutzt wird. Und so typisch: es ist seit Wochen niemand hier gewesen, aber das Licht brennt!!
Die Sache mit dem Konto… ich bin ja nicht soo dusselig, wenn es um digitales im Internet geht, aber das ist für mich ein echtes Angehen: MinID und BankID. Mit MinID (meine ID) kommt man auf eine Kontaktplattform für Behörden. Dort ist meine Steuerklasse hinterlegt und Evie (unsere Buchführungsverantwortliche) hat mich bei MinID angemeldet und auch meine Steuer im Januar geändert. Ich hätte es auch selbst machen können, wenn ich denn gekonnt hätte. Sowas müssen die meisten Mitarbeiter jährlich korrigieren, sonst zahlt man zu viel Steuern. Über diese Plattform wird man wohl auch die Steuererklärung machen. Das wird sich jedoch später klären. Da ich inzwischen ein Bankkonto habe, habe ich auch (ganz wichtig) BankID. Das ist ein kleines Gerät, dass, wenn ich etwas im Internet bezahlen will oder überweisen will, einen Code anzeigt, den ich dann eingeben muss. Es ist immer ein anderer Code. Onlinebanking. Meine Bankkarte habe ich bekommen, aber keinen PIN. Den finde ich auch mit dem BankIDbrikk (so wird das Gerät genannt) auf der Netseite der Bank. Ich müsste dann mal die Seite besuchen… wenn ich nicht so ein Dinosaurier wäre. Ich habe nämlich inzwischen auch eine Bankkarte für das Haus, die ich aber noch nicht brauchte…Und so war ich bei Morten, der in solchen Fällen gern hilft. Jetzt habe ich 2 PINs und weiß auch, wie es geht. Juhuu!
Ich habe auch schon das erste Mal etwas mit diesem System bezahlt – die Mitgliedschaft im Tangoklubb. Da war ich gestern! Es war schön, wieder zu tanzen. Ich konnte mich vorher wegen des fehlenden Lichts nicht aufraffen. Eine andere Mitarbeiterin fährt seit Jahren Montags zum Tango und wenn auf der Autotafel steht, dass sie das Auto bis 23 Uhr gebucht hat, war bei mir einfach Schluss. Und nun ist es heller und ich habe mehr Energie. Tatsächlich brauche ich etwas weniger Schlaf.
Seit Sonntag habe ich jetzt auch eine norwegische Telefonnummer, allerdings noch keine Karte.
Die kommt ganz normal per Post.
Gestern ist mein Filleryer fertig geworden. Ich bin total verliebt. Ich saß allerdings auch Sonntag bestimmt 3 Stunden am Webstuhl und habe escht viel geschafft. Nach einiger Überlegung habe ich mich entschieden, die Kette abzuweben. Also werde ich noch mindestens einen Filleryer weben, den dann die Weberei verkaufen kann. Darauf freue ich mich auch. Es ist doch schön, noch mal andere Farben auszuprobieren.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Immer noch Winter!

Heisann alle sammen!

So fix war die Woche rum! Die Kette für meinen filleryer ist letzte Woche fertig geworden und nun konnte es losgehen. Es ging recht fix (soweit), schneller als erwartet. Allerdings ist es schon etwas schwierig, weil es ein Hochwebstuhl ist. Der Schuss ist also kein Schuss, sondern ein langsames Geschiebe. Bei einem Flachwebstuhl kann das Schiffchen durch das Fach geleiten oder schiessen. 1,80 m bis 2 m soll er werden, gut 30 cm habe ich heute in 1,5 – 2 Stunden geschafft.
Gelegentlich kommt eine
Filippina (doch, so schreibt man das!) ins Dorf und bietet Massagen an. Da war ich denn heute mal. Sehr gut. Für einen Bewohner aus dem Haus war es for dyrt – zu teuer. Dienstleistungen kosten in Norwegen viel. Aber, das ist es mir wert. Ich kauf ja sonst kaum etwas. Sie wohnte vor 6 Jahren im Dorf und hat sich dann in Norwegen häuslich niedergelassen, als Masseurin. Die Massage fand in der Badstua, der Sauna statt. Ich habe die Sauna diese Saison noch nicht genutzt. Ulrich und ich nutzten sie im April. Ich habe bislang noch kein Bedürfnis nach Sauna. Komisch eigentlich.
Ryllik hat ein totes Kalb zur Welt gebracht. Das find ich schon traurig.

Ich habe Sonntag dann ganz viel Geld, nein, es geht, für 3 Fähren ausgegeben. Ich fahre im April nach Niedersachsen zu meinen Eltern. Ursprünglich wollte ich fliegen, aber ich will doch noch ein paar Sachen mitnehmen. Im Flugzeug mit 2 Stühlen zu reisen find ich doch etwas befrem dlich. Und so habe ich wieder Passat rød.
Hier hat Tauwetter eingesetzt, allerdings ist es Nachts doch wieder unter Null Grad. Alle wollen endlich Frühling, der hier allerdings noch lange auf sich warten lassen kann. Der Winter ist ein Marathon. Es liegt noch ca 30cm Schnee.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Hytta ganz nah!

Heisann alle sammen!

Wer findet oben im Bild den Elch?
Die Entdeckung der Woche war eher zufällig: Wem gehört die Hütte, am Ende des Grasweges – hinter der Bäckerei links hoch?? Dem Nachbarn. OK. Aber wir haben auch eine Hütte, hinter der Brücke rechts hoch, am Wendekreis. Oh, ok. Den Code für den Schlüsselkasten habe ich dann auch bekommen. Eine interessante Übernachtungmöglichkeit und Suche nach Einsamkeit, in wärmeren Jahreszeiten. Es gibt weder Strom noch Wasser, geheizt wird mit einem kleinen Ofen in der Mitte des Raumes. Dieser Ofen erinnerte mich sofort an den Ofen der Autorin Anne Donath, die im Allgäu ein 4x4Meter-Haus bewohnt. Auch ohne Strom. (Wer wandert braucht nur, was er tragen kann, von Anne Donath, ISBN: 978-3492406154 . Man findet sie auch auf YT.)
Also das ist doch noch mal was. Es muss nur alles mitgebracht werden, weil sich sonst die Mäuse zu wohl fühlen.
Für 2 Menschen gibt es Schlafmöglichkeiten in der Hütte. Draußen gibt es einen Grill, ein Plumpsklo, Grillmöglichkeiten… und sicherlich findet sich auch ein Schlafplatz unter freiem Himmel. Holz liefert unsere Skogengruppe, die dort in der Woche auch mal Pause macht… Einfach genial!
In der Woche war ein
e Frau bei uns im Haus zu Besuch, mit der so viel gemeinsam habe, dass ich mir wirklich wünsche, dass sie hierherkommt. Sie ist vor ca. 30 Jahren von Köln nach Österreich ausgewandert. Und jetzt will sie noch mal was Neues… Na also. Irgendwie kenne ich sowas.

Die nächste Kuh, die kalben wird ist Ryllik (Schafgarbe – komischer Name für eine Kuh). Termin ist am 27.2. Ich bin gespannt und freue mich. Unser langjähriger Mitarbeiter für die Tierhaltung wird uns zum 31.05. verlassen. Also, wer eine Ausbildung in der demeter-Landwirtschaft hat…und eine Gemeinschaft erleben will: www.vidaraasen.no.

Sonnabend (21.2) hatte der König Geburtstag. Es gab Geburtstagswetter und im ganzen Land – ja, auch bei uns – waren die Flaggen gehisst. So ist das in Norwegen!

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Gemeinschaft

Heisann alle sammen!

Am Dienstag hatten wir unser Medarbeider feringen Møte (Treffen). Ca 50 Mitglieder sind wir. Und die Medarbeider feringen ist im Grunde genommen ein Verein. Wir zahlen unseren Nettolohn in eine gemeinsame Kasse, aus der dann verschiedene Bedürfnisse der Mitglieder finanziert werden. Ich bekomme ein Taschengeld, andere haben ein persönliches Budget ausgehandelt. Das werde ich im nächsten Jahr auch machen, ich will nämlich im Herbst wieder ins Elsaß, auf den Odilienberg. Und diese Reise wird mein Taschengeld nicht finanzieren können. Das kann man beantragen und dann wird das Geld auch freigegeben.
Wir haben eine Hytta, die wir allerdings verkaufen müssen, weil die Tønsberg Kommune irgendwann mal festgelegt hat, dass in dem Gebiet alle Häuser dauerhaft bewohnt werden müssen. Die Kommune ist zu Ausnahmen nicht bereit. Das ist typisch norwegisch: Ausnahmen gibt es keine, es werden alle gleich behandelt. Aber wir finden sicher bald eine neue Hytta. In dieser Hytta können Mitarbeiter, die auch Mitglied sind, kostenfrei Urlaub machen. Mitglieder nutzen die Autos und zahlen nur einen Teil der Kilometerpauschale. Außerdem haben wir hier Kost und Logis frei. Also arbeite ich nicht für Geld. Das ist mal etwas ganz Neues!

Klar zahle ich Steuern und Krankenversicherung und Rentenversicherung. Aber ich bekomme ein Taschengeld und habe soviel, wie ich brauche.
Es gibt noch Besonderheiten: Es gibt einen Gesundheitsfond, aus dem man Unterstützung für eine Zahnarztrechnung oder eine neue Brille bekommen kann. Jeder Mitarbeiter zahlt pro Monat 200 Kr (also weniger als 20 EUR) ein.

Und nach 4 Jahren Arbeitsverhältnis (vorher nicht) bekommt man (wenn man kündigt) pro Arbeitsjahr eine bestimmte Summe als Startkapital.
Das ist schon spannend und mal wirklich eine Gemeinschaft. Wir haben eine Hytta. Auch ich… spannend.
Am Donnerstag hatte ich dann mein Jahresgespräch. Das ist in Norwegen Vorschrift und hier heißt es in etwa Entwicklungsgespräch. Hier habe ich noch erfahren, dass es in Norwegen nicht so ist, dass das Arbeitsverhältnis automatisch mit dem Eintritt ins Rentenalter endet. Das gilt auch für Bewohner. Und hier arbeiten viele weiter… Also wäre das für mich auch eine Option… so später..

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Fjellheimen Leirskole

Heisann,
der Kurzbericht der vorletzten Woche ist aufgrund technischer Querelen und Abwesenheit leider ausgefallen. Es gab auch nicht viel zu berichten. Montag 2.2. ging es also mit einer guten Stunde Verspätung los nach Fjellheimen, von vielen Bewohnern sehr begrüßt. Insgesamt ca. 6 Stunden Fahrtzeit mit jemanden in Oslo aufgabeln. Fjellheimen liegt in der Engerdal Kommune und in dieser gibt es schon Samen. Die Südsamen. Und weil am 6.2. samischer Nationaltag ist, haben wir die samische Flagge gebaut, aus farbigen Eisklötzen. Idee gut, Ausführung verbesserungsfähig. Das Blau symbolisiert den Mond, das Rot die Sonne, grün und gelb Natur und Tiere. Der Ring verbindet alles. Irgendwie schön.
Doch vielleicht erst zur Einrichtung; Fjellheimen hat vor 2 oder 3 Jahren 50 Jubiläum gefeiert. Es war ein Pensionat für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen. Und heute gibt es Schlafmöglichkeiten für 30 Menschen. Und das Angebot richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen. Es gibt eine Abspülmöglichkeit für Rollstühle. Genial. Gut, brauchten wir nicht.
Es wurden verschiedene Aktivitäten angeboten, von Reiten, Ponyschlitten, Schneescooter, Skifahren, Bewegungsspiele drinnen und das Bauen der Flagge. Essen war gut, auch vegetarisch. Die Rentiersuppe habe ich jetzt nicht probiert…
Fjellheimen gehört zur Kommune Engerdal und die Angestellten dort sind also bei der Kommune angestellt. Die schwedische Grenze ist nicht weit weg. Es liegt nord-nord-östlich von Lillehammer.
Donnerstag abend kamen 8 (!) Musiker, davon 7 mit Akkordeon. Es wurde zum Tanz aufgespielt. Sehr schön. Und auch für mich unbedingt wiederholungswürdig.

Seid lieb gegrüßt
Ute

Projekt Filleryer

Heisann, seid lieb gegrüßt!

Am 19.Januar begann ich mit meinem Filleryer, meinem Flickenteppich. Dies wird also ein Bericht über einen längeren Zeitraum. Ich kann immer nur Montags an meinem Filleryer arbeiten, weil ich dann frei habe. Und ob ich den ganzen Tag arbeiten will, weiß ich auch noch nicht. Ich gehe mal nicht davon aus.
19.Januar
Ich hatte vorher abgesprochen, welches Garn ich möchte und somit war alles da, was ich für den ersten Teil brauchte. Das Garn habe ich dann auf den Kettbaum gespannt. Einmal rum sind drei Meter, zweimalrum also sechs Meter und wieder zurück zwölf. Und das 91 mal. Und dann noch einmal. Macht 2184 m. Nun ist das Garn abgemessen, gesichert und liegt im Karton und wartet auf die kommende Woche. Die Arbeit in der Weberei ist ruhig und man kann in seinem eigenen Tempo arbeiten. Eigentlich nicht schlecht. Ich wurde vorher gefragt, ob ich den Webstuhl selbst einrichten möchte. Selfølgelig! 

26. Januar 2026
Heute ging es also weiter: die beiden Garnstränge auffädeln. Und ich habe wohl keinen Fehler gemacht… es hat alles gepasst. Erstmal in einen Vorkamm, ein Zwischenraum ist 1 cm. drei Büschel pro cm , also 2 und 4… macht 3 –  Dann mussten die Garnschlingen auf einen Holzstab, der festgebunden wurde, dann durften sich zwei junge Frauen beweisen… sie mussten wie Mehlsäcke an den beiden Garnsträngen hängen. ich habe gedreht und die Werkstattleiterin hat das Papier zwischengelegt. Arbeit danach war, die letzten Sicherungsbänder lösen und unten abschneiden. Und dann durfte ich alle 4 cm abteilen und eine Schlaufe machen… Übernächste Woche geht es weiter. Nächste Woche bin ich in den Bergen.

Schattenseminar

Seid ganz lieb gegrüßt!

Am Dienstag kam das erste mal, kurz vor dem Nordkap (nicht bei uns) für 20 min die Sonne am Horizont hervor. Einen Tag später dann schon knapp 1,5 h. Da möchte um diese Zeit auch mal sein, und das erleben. Ist bestimmt spannend.Hier wir es auch mit großen Schritten heller!
Am Mittwoch und Donnerstag war ich bei einem Seminar. Oder besser, ich war dabei, habe ganz viel über mich selbst gelernt und wie ich mit (und nicht an) dem Bewohner arbeiten kann. Ich weiß zwar, was gut für den Bewohner ist, aber weiß er nicht selbst, was gut für ihn ist? Wer ist der Experte seines Lebens? JEDER Mensch selbst, ikke sant? Und, es geht um das Verstehen, immer wieder. Warum ist der andere so? Was bewegt ihn? Was hat er schon erlebt. Und was ist in mir, was sich in dem anderen als Widerstand zeigt? Ganz spannend!
Work with me, not on me“, war der Titel des Seminars. Seminarleiterin war eine Australierin, die weltweit Seminare gibt und schon überall auf der Welt in anthroposophischen Einrichtungen gelebt hat. Sehr spannend.Leider war ich nach dem ersten Tag so fertig, dass ich früh ins Bett musste. Ich bin jetzt in dem Sprachstrudel, den vermutlich alle erfahren, die in ein Land gehen, in dem man nicht nur mit der Landessprache zurecht kommt. Wir haben im Haus sprachlich schon viel gemixt, aber das war jetzt echt eine krasse Erfahrung. Nach einem Tag, fast ausschließlich englisch. Ich war froh, wenn jemand norwegisch gesprochen hat. Nach dem zweiten Tag ging es besser, allerdings habe ich in englisch dann irgendwann abgeschaltet. Wir haben viel mit Eigenerfahrung gearbeitet. Was löst diese Frage in mir aus. Oder eine Situation mit einem Bewohner, als Partnerübung. Zwischendurch werden die Rollen gewechselt und somit die Perspektive. Sehr aufschlussreich! Und zwar: das, was den Widerstand auslöst, ist in mir selbst. Ich würde das als Schattenarbeit bezeichnen.

Am Sonnabend hat es fast den ganzen Tag geschneit, 30 cm, vielleicht. Es sieht wieder zauberhaft draußen aus. Sonntag noch mal und die Schneefräse war auch schon mehrfach unterwegs. Und sogar den kleinen Rundweg kann man gut gehen, da war auch jemand mit Schneefräse.

Sonntag A bend habe noch jemanden vom Bahnhof aus Tønsberg abgeholt. Es war ab Andebu richtig glatt. Auf dem Hinweg standen in Andebu hinter der Kurve (davon gibt es in Norwegen sehr viele) 2 Rehe auf der Straße. Da ich aber mit 30 unterwegs war, war keine Gefahr. Somit war ich spät zu Hause. Darf ich vorstellen: Caspar.

Es war eine schöne Woche.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute