Projekt Filleryer

Heisann, seid lieb gegrüßt!

Am 19.Januar begann ich mit meinem Filleryer, meinem Flickenteppich. Dies wird also ein Bericht über einen längeren Zeitraum. Ich kann immer nur Montags an meinem Filleryer arbeiten, weil ich dann frei habe. Und ob ich den ganzen Tag arbeiten will, weiß ich auch noch nicht. Ich gehe mal nicht davon aus.
19.Januar
Ich hatte vorher abgesprochen, welches Garn ich möchte und somit war alles da, was ich für den ersten Teil brauchte. Das Garn habe ich dann auf den Kettbaum gespannt. Einmal rum sind drei Meter, zweimalrum also sechs Meter und wieder zurück zwölf. Und das 91 mal. Und dann noch einmal. Macht 2184 m. Nun ist das Garn abgemessen, gesichert und liegt im Karton und wartet auf die kommende Woche. Die Arbeit in der Weberei ist ruhig und man kann in seinem eigenen Tempo arbeiten. Eigentlich nicht schlecht. Ich wurde vorher gefragt, ob ich den Webstuhl selbst einrichten möchte. Selfølgelig! 

26. Januar 2026
Heute ging es also weiter: die beiden Garnstränge auffädeln. Und ich habe wohl keinen Fehler gemacht… es hat alles gepasst. Erstmal in einen Vorkamm, ein Zwischenraum ist 1 cm. drei Büschel pro cm , also 2 und 4… macht 3 –  Dann mussten die Garnschlingen auf einen Holzstab, der festgebunden wurde, dann durften sich zwei junge Frauen beweisen… sie mussten wie Mehlsäcke an den beiden Garnsträngen hängen. ich habe gedreht und die Werkstattleiterin hat das Papier zwischengelegt. Arbeit danach war, die letzten Sicherungsbänder lösen und unten abschneiden. Und dann durfte ich alle 4 cm abteilen und eine Schlaufe machen… Übernächste Woche geht es weiter. Nächste Woche bin ich in den Bergen.

Schattenseminar

Seid ganz lieb gegrüßt!

Am Dienstag kam das erste mal, kurz vor dem Nordkap (nicht bei uns) für 20 min die Sonne am Horizont hervor. Einen Tag später dann schon knapp 1,5 h. Da möchte um diese Zeit auch mal sein, und das erleben. Ist bestimmt spannend.Hier wir es auch mit großen Schritten heller!
Am Mittwoch und Donnerstag war ich bei einem Seminar. Oder besser, ich war dabei, habe ganz viel über mich selbst gelernt und wie ich mit (und nicht an) dem Bewohner arbeiten kann. Ich weiß zwar, was gut für den Bewohner ist, aber weiß er nicht selbst, was gut für ihn ist? Wer ist der Experte seines Lebens? JEDER Mensch selbst, ikke sant? Und, es geht um das Verstehen, immer wieder. Warum ist der andere so? Was bewegt ihn? Was hat er schon erlebt. Und was ist in mir, was sich in dem anderen als Widerstand zeigt? Ganz spannend!
Work with me, not on me“, war der Titel des Seminars. Seminarleiterin war eine Australierin, die weltweit Seminare gibt und schon überall auf der Welt in anthroposophischen Einrichtungen gelebt hat. Sehr spannend.Leider war ich nach dem ersten Tag so fertig, dass ich früh ins Bett musste. Ich bin jetzt in dem Sprachstrudel, den vermutlich alle erfahren, die in ein Land gehen, in dem man nicht nur mit der Landessprache zurecht kommt. Wir haben im Haus sprachlich schon viel gemixt, aber das war jetzt echt eine krasse Erfahrung. Nach einem Tag, fast ausschließlich englisch. Ich war froh, wenn jemand norwegisch gesprochen hat. Nach dem zweiten Tag ging es besser, allerdings habe ich in englisch dann irgendwann abgeschaltet. Wir haben viel mit Eigenerfahrung gearbeitet. Was löst diese Frage in mir aus. Oder eine Situation mit einem Bewohner, als Partnerübung. Zwischendurch werden die Rollen gewechselt und somit die Perspektive. Sehr aufschlussreich! Und zwar: das, was den Widerstand auslöst, ist in mir selbst. Ich würde das als Schattenarbeit bezeichnen.

Am Sonnabend hat es fast den ganzen Tag geschneit, 30 cm, vielleicht. Es sieht wieder zauberhaft draußen aus. Sonntag noch mal und die Schneefräse war auch schon mehrfach unterwegs. Und sogar den kleinen Rundweg kann man gut gehen, da war auch jemand mit Schneefräse.

Sonntag A bend habe noch jemanden vom Bahnhof aus Tønsberg abgeholt. Es war ab Andebu richtig glatt. Auf dem Hinweg standen in Andebu hinter der Kurve (davon gibt es in Norwegen sehr viele) 2 Rehe auf der Straße. Da ich aber mit 30 unterwegs war, war keine Gefahr. Somit war ich spät zu Hause. Darf ich vorstellen: Caspar.

Es war eine schöne Woche.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute

Buckeleis

Seid ganz lieb gegrüßt!

Hier hat es am Dienstag, 13.1. bzw in der Nacht schon richtig doll geschneit! Juhu!. Das heißt aber auch: viel Schnee schippen. Der festgefahrene bzw. festgetretene Schnee ist gut zu befahren, alles ganz locker. Mittwoch hatte eine Bewohnerin einen Termin in Tønsberg. Die Fahrt war gut und das Wetter wunderschön. Tolle Bilder aus dem Auto heraus. Allerdings war dann für Donnerstag/Freitag Regen angesagt. Ganz toll. Ich habe schon am Mittwoch gesagt, dass unsere Bewohner, wenn sie unbedingt einkaufen müssen, den Schulbus nehmen sollen. Ich würde nicht fahren. Bin ich auch nicht. Es fuhr dann doch jemand den 9-Sizter, mit Piggdecks (Spike-Winterreifen). Ohne geht es auch gar nicht mehr. Die Wege hier im Dorf hatten sich am Freitag in Kneipp-Becken verwandelt. Zumindest die tiefer gelegenen Wege. Der Boden ist nach 4-5 Wochen Dauerfrost einfach durchgefroren. Inzwischen hat es wieder gefroren und entsprechende Buckeleisbahnen gibt es. Es kam jemand mit Trecker und hatte auf seiner Schaufel „gruss“, ein recht grober Splitt. Jetzt ist es wirklich wichtig, diese Broddersko oder wenigstens diese Dinger zum drunterspannen unter den Sohlen zu haben. Sie heißen Brodder und sind wirklich wichtig. Sogar die Trecker haben Schneeketten!

Interessant auch, dass in Tønsberg die Gehwege nicht unbedingt geräumt werden. So muss die Situation jetzt wirklich schlimm sein. Ein Gehen nicht wirklich möglich.

In der Innenstadt wird vermutlich geräumt, am Bahnhof und an den Bushaltestellen. Privat scheint es aber keine Pflicht zu sein. Spannend, das herauszufinden. Zumal ich als ehemalige Frankfurterin weiß, dass in Frankfurt am Main die Stadt seit Anbeginn der Zeit dafür zuständig ist, den Schnee auf allen Gehwegen wegzuräumen. Auf ALLEN!! Ich glaube, es ist die einzige Stadt in Deutschland, in der das so geregelt ist.

Die Norweger lieben es, über das Wetter zu sprechen, weil es so unmittelbar alles beeinflusst. Und es sind alle davon betroffen.
In Norwegen werden alle gleich behandelt. Alle müssen sich an die gleichen Gesetze halten und somit ist das Wetter auch für alle gleich.

Es reicht erst mal für mich mit dem Schnee, ich habe Rückenschmerzen.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute

Winterstraßen – Straßenwinter

Seid ganz lieb gegrüßt!

Am Sonntag 11.1., bin ich zu meiner Freundin in die Telemark gefahren. Da sie am Montag arbeiten musste, bin ich also gegen halb 6 morgens los. Natürlich nicht, ohne vorher noch mal auf das Thermometer zu schauen. Minus 22 Grad. Nun gut. Das Auto ist ein Skoda Yeti, Automatic, Diesel. Er fährt gut und ich bin froh, ihn nutzen zu dürfen. Es ist also dunkel, als ich losfahre und ich fahre sehr achtsam. Auf der Autobahn ist alles geräumt, keine Gefahr und alle, die unterwegs waren fahren vorsichtig. Irgendwann fuhr ich in Porsgrunn ab. Porsgrunn ist eine Industriestadt, die in ganz Norwegen für Porzellan bekannt ist. Es gibt auch ein Porzellanmuseum. Ein anderes Mal. Ab Porsgrunn geht es raus, in die Wildnis. Kleinere Straßen, ohne Begrenzungspfähle, dafür gibt es Stäbe, die mit Refleks beklebt sind. Das Thermometer am Auto zeigte zwischendurch minus 23 Grad an. Und, das habe ich noch nie erlebt: die Motortemperatur lag nicht bei 90 Grad, wie noch vor ein paar Kilometern, sondern nur noch bei 70 Grad. Interessant.
Es ist immer wieder schön, durch Norwegen zu fahren. Es wurde dann auch langsam hell. Und dann bog ich in die 355 ein, die Straße, an der Fyresdal liegt. Eine Straße in einem fürchterlichen Zustand, weshalb sie auch gerade erneuert wird. Mit allem, was norwegische Straßenbauer können: Sprengungen. Sie wird also auch verbreitert. Zumindest an einigen Stellen. Sonntags wird natürlich nicht gebaut. Die Sonne stieg auf und der Himmel war blau und es bot sich ein atemberaubender Blick auf die Landschaft. Aber irgendwie wollte ich nicht anhalten… Hätte ich mal bloß, als ich ankam, war der Himmel verhangen. Ich brauchte gut 4 Stunden für die Fahrt.

Das Haus ist ca 150 Jahre alt und entsprechend unmodern ausgestattet. Es gibt drei Öfen, die bei den gestrigen Temperaturen allerdings das Haus nicht schaffen, warm zu halten. Es war dort minus 14 Grad.
Wir haben trotzdem schön erzählt und einen Rotwein genossen und vorher waren wir noch spazieren, bzw. die Natur erkunden. Es war ein sehr schöner Tag.
Morgens war es nur noch minus 7 und es schneite. Auf der 355 habe ich dann einen Elch gesehen. Also nicht auf der Straße, sondern auf der Wiese, rechts neben der Straße. Und es gab einen Zaun zwischen Elch und Straße. Es war ein Jungtier. Ich war begeistert. Vor allem, weil es nicht gefährlich war. Es schneite fast den ganzen Rückweg. Kurz vor Porsgrunn hörte es auf. Es wunderte mich, dass es hier nicht geschneit hatte, aber das Wetter kann es sich ja durchaus anders überlegen. Morgen soll es hier schneien. Hoffentlich. Das wäre noch mal schön, etwas mehr Schnee zu haben.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute

Geburtstag

Seid gegrüßt, ihr Lieben!

Bei Geburtstagen, die in der Woche sind, wird dem Geburtstagskind beim Morgensang ein Liedchen gesungen. Nein, nicht Happy Birthday! Hier heißt es: Gratulerer med Dagen! (Gratuliere zum Tag). Es wird die norwegische Flagge gehisst und sie darf den ganzen Tag am Mast hängen!

Geburtstage sind Festtage und werden hier zu Haus gefeiert. So werden gern norwegische Flaggen aufgehängt, der Platz geschmückt und vielleicht noch ein Kuchen gebacken, wenn er gewünscht wird.

An meinem Geburtstag war noch dieser schon öfter genannte Julerom. Es gab noch keinen geregelten Morgensang und die Werkstätten hatten noch zu. Aber „Nytt fra Posten“ „Neu mit der Post“ ist gerade einen Tag vor meinem Geburtstag gekommen. Und dort werden die Geburtstage angekündigt. Stephan hat mit mir zusammen Geburtstag.
Das Haus war mit norwegischen Flaggen dekoriert und mein Platz am Tisch hat eine Extrakerze – mit Flaggen! Ich liebe die norwegische Flagge!

Das 3-Konges-Spill habe ich mir selbst zum Geschenk gemacht. Ich durfte den Pagen des roten Königs spielen und singen. Das ist der König, mit dem Gold. Was haben Armin und ich geübt, bis ich diese vanskelige 3. Stimme konnte! Danke an dieser Stelle.

Zum Middag hatte ich mir eine Gemüsesuppe und einen Russischen Zupfkuchen gewünscht. Den Kvark hatte ich vorsorglich schon ein paar Tage vorher gesichert. Kvark wird nicht jeden Tag hergestellt. Das war sehr schön!

Abends hatte Stephan eingeladen, im Gjestehus, von 18:30 bis 20 Uhr, aber um halb 8 waren sowieso alle zu Hause.

Vom Haus habe ich einen Gutschein vom Dorf bekommen. Ich kann mir für 500 NOK von einer Werkstatt oder der Butikk etwas aussuchen. Solche Geschenke finde ich richtig gut, weil das Geld „im Dorf“ bleibt. Es war ein schöner Tag!

Wir haben übrigens Nachwuchs. Foto vom 5.1.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Godt Nyttår!

Seid ganz lieb gegrüßt og Godt  ,

Julerommet – der Weihnachtsraum – ist noch nicht vorbei, auch wenn schon heute (Neujahr) wieder einige zurück sind. In den nächsten Tagen bleiben die Werkstätten noch geschlossen, vieles läuft noch anders ab, als vor Weihnachten. Ich muss sagen, dass ich das ganz gut finde. Vom 7. bis 9. Januar ist dann noch Kulturwoche geplant. Da bin ich mal gespannt.
Zu Weihnachten habe ich von einer guten Freundin ein Buch geschenkt bekommen, dass ich auch sofort lesen musste: Gebrauchsanleitung für Norwegen. Ein tolles Buch, witzig geschrieben und es beleuchtet Norwegen von allen Seiten. Inklusive Geschichte und politischen Pointen. Es kam die Frage auf, warum Deutsche so gern in Norwegen Urlaub machen: weil sie hier (wenn man es richtig macht) tagelang keine Menschenseele treffen. Allerdings machen es die wenigsten richtig. In meinem Urlaub wurde ich von einem Bekannten gefragt, warum ich denn ausgerechnet nach Norwegen gegangen bin. Tja, vielleicht gerade deswegen? Weil ich hier, wenn ich frei habe, oder jetzt im Julerom einfach allein in die Natur gehen kann und für mich sein kann. Wer nach Norwegen geht, muss die Natur mögen, sonst wird es nichts. Der Norweger prahlt nicht. Und in Norwegen sind alle Menschen gleich. Die Lohnunterschiede sind nicht so gravierend, wie in Deutschland und alle haben die gleichen Chancen. Das finde ich gut. Bemerkenswert ist, dass die Norweger neidisch sind. Auf den Nachbarn, der ein etwas größeres Auto hat… naja, Neid gibt es in meiner Familie nicht und deshalb kann ich das nicht wirklich nachvollziehen. Nach dem Lesen des Buches habe ich festgestellt, dass ich mit diesem Blog auch eine Gebrauchsanweisung schreibe. Allerdings nicht für Norwegen, dass maße ich mir nicht an. Aber für Vidaråsen. Das ist doch auch schon mal was.
Heute morgen war ich dann auch im Wald, allein, in Ruhe und Stille, mit meinem Tagebuch und einer Kerze. Das war schön.
Seid lieb gegrüßt und habt ein tolles 2026!

God Jul!

Seid ganz lieb gegrüßt,

Julerommet – der Weihnachtsraum – wird demnächst anbrechen. Das Juleprogramm ist neulich mit der Post gekommen. Hier wird sehr schön deutlich, dass es sich in Norwegen (oder in ganz Skandinavien?) um den Julerommet – den Juleraum handelt. Weihnachten dauert hier länger, obwohl es hier auch nur 2 Weihnachtsfeiertage gibt. Es geht vielleicht alles etwas beschaulicher zu. Aber dazu später.
Am 23. 12. hatte es übrigens etwas geschneit, als nur ein bisschen übergezuckert.
Nach diversen Gesprächen wird klar, dass sich ganz viele Menschen ganz viele Gedanken machen müssen, damit da alles klappt und schön ist. Und hier stoße ich an meine Grenzen und bin schon soweit (noch bevor es richtig losgeht) mich für nächstes Jahr „abzumelden“. Also Urlaub nehmen und ggf. nicht da zu sein. Ich arbeite und es ist irgendwie klar, dass auch an den Feiertagen gearbeitet wird: Frühstück machen, Middag kochen, die Kühe müssen gemolken werden, vielleicht irgendwo Staubsaugen… das, was man zu Hause auch macht. Und hier im Haus ist es so, dass die meisten Bewohner nicht da sind, man könnte also mal gründlich….Und trotzdem kommen noch Aufgaben, wie für 23 Menschen Julegrøt (Milchreis) kochen dazu. (Für die anderen 23 Menschen kocht jemand anderes.) Doch der Reihe nach:
Am 23.12. (lille Juleaften) gab es ein kleines Feuer auf dem Tunet, wo jeder seinen Adventskranz verbrennen konnte. Es wurden Weihnachtslieder gesunden. Das war richtig schön.
Julegrøt wird in Norwegen traditionell am Juleaften (Heiligabend) gekocht. In dem großen Topf hatten wir eine Mandel „versteckt“. Wer sie findet (zwischen den Zähnen) bekommt das Marzipanschwein, dass Glück bringt. Mir stellte sich die Frage, warum gerade zu Weihnachten Milchreis? Reis war früher sehr wertvoll und deshalb gab es Milchreis (fast nur) zu Weihnachten. Und auch die Mandel, bzw Marzipan war etwas ganz besonderes.
Gegen 16 Uhr gab es eine Weihnachtsveranstaltung im Andresabygget, bei der ich nicht teilgenommen habe. Wir waren zu viert im Haus und haben es uns, so wie wir es wollten gemütlich gemacht. Eine wollte gar nichts, die andere war ganz woanders (im Dorf) eingeladen und wir zwei „Übriggebliebenen“ haben uns nach dem Essen zum Bestemorshus begeben um dort noch etwas zu feiern und zu singen.
Mitternacht muss wohl die Glocke am Andreasbygget geläutet haben (ich habe geschlafen). Es gab also noch eine Mitternachtsandacht. Eine Mitbewohnerin hat ihre Mutter in Oslo getroffen und sie erzählte, dass es eine lange Schlange vor der Kirche gab, viele Menschen in Tracht. Hier war niemand in Tracht, aber alle hatten sich Schick gemacht.
Am 1. Weihnachtstag waren wir zu dritt eingeladen bei einem älteren Paar, er sitzt in einem hypertollen Rollstuhl. Allerdings in der Wohnung kommt er mit Rollator zurecht. An deren Weihnachtsbaum waren echte Kerzen, echte Rosen lagen auf den Zweigen (mit Wasserversorgung) und die Planetenzeichen hingen im Baum. Die Planeten hängen auch in dem großen Baum in Andreasbygget. Hier allerdings Papierrosen.
Die Hektik und der Stress der Vorbereitung sind einer ruhigen Zeit gewichen, Allerdings hatten wir auch keine Bewohner im Haus.
Jetzt ist für die nächste Zeit im Andreasbygget die Bearbeitung eines Bibeltextes vorgesehen. Nun, das möchte ich nicht.

Frohe Weihnachten oder God Jul!

Milchkühe und Rinder

Seid gegrüßt, ihr Lieben!

Im November habe ich früh mit dem demeter-Bauern gesprochen, der den Hof leitet. Es fuhr nämlich ein Tiertransport vom Hof und ich fragte ihn, wer denn da auf dem Weg zum Schlachter sei. 5 Schweine.
Auf dem Hof wohnen neben den Schweinen und Schafen noch 11 Milchkühe, mit Kälbern und Jungtieren. Er sagte mir, dass die Rinder meistens bei Bedarf geschlachtet werden. Die Kuhherde ist eine Mischung aus verschiedenen Rassen. So haben wir Schwarz-weiße Rinder, Telemarksrinder, Norsk Rødfe (Rotvieh) und eine getigerte Rasse. Es sind alles norwegische Rassen. Ich finde ja, dass die meisten unserer Kühe recht kurze Beine haben, aber vielleicht sieht es auch nur so aus, weil fast alle tragend sind. Im besten Fall geben alle Kühe zusammen 200 l pro Tag, im November waren es 30 l und ich glaube, jetzt müssen wir zukaufen, weil wohl gerade keine Kuh gemolken wird. Das weiß ich aber nicht so genau. Sie sollten fast alle trockengestellt werden, weil die meisten bald kalben. Diese Zeit wurde genutzt, um notwendige Renovierungsarbeiten in den Räumen mit der Melkanlage etc. zu veranlassen.

Was ich ja jetzt wirklich schade finde, dass ich nicht mitbekommen habe, dass die Rinder auf der Sommerweide waren. Die Kühe gehen natürlich nicht so weit auf auf die Weise, weil sie ja zum Melken immer wieder nach Hause müssen. Aber die Jungrinder dürfen den ganzen Sommer auf „der Alm“ sein. Es gibt Zäune, in der Nähe des Dorfes, ich vermute jedoch, dass die für die Kühe sind. Die Rinder haben dann einen GPS-Sensor, damit die nicht verloren gehen. Auch irgendwie kontra – einerseits dürfen die Rinder ihre Hörner behalten – wegen der Strahlung aus dem Kosmos und dann so ein technischer Kram. Aber Zäume sind vermutlich zu aufwändig. Wie an das wohl früher gelöst hat?

Schafe haben hier in Norwegen, wenn sie auf weitläufigen Weiden unterwegs sind Glocken um. Ob unsere Schafe das auch haben, wenn sie unterwegs sind, kann ich nicht sagen. Dazu dann in einem halben Jahr mehr…

Ich mag unsere Kühe ja sehr gern, vor allem, weil sie so unterschiedlich sind. Ein von den schwarz-weissen Kühen hat keine Hörner. Die sind einfach nicht gewachsen. Erstaunlich. Ich wusste nicht, dass es so was auch gibt.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Die längste Nacht

Seid ganz lieb gegrüßt, ihr Lieben!

Ich liebe ja den Morgen, und so ist es jetzt auch vor 8 Uhr, ich habe frei und gehe nach dem Kaffee in den Wald. Soloppgang (Foto unten) heute 9:16 Uhr und somit werde ich den hell werden Tag draußen erleben. Darauf freue ich mich. Schön, dass ich gestern und heute frei habe, so kann ich ganz bewusst in die Rauhnächte gehen.

Liebe Grüße

19.12.2025 Julespill

Seid ganz lieb gegrüßt!

Ein komisches Gefühl, heute ist der erste Bewohner aus unserem Haus in den Weihnachtsurlaub gefahren. Mir ist so gar nicht nach Weihnachten. Wir haben aus der Halle sogar schon einen trockenen Baum rausgeschmissen. Was soll der auch noch weiter nadeln? Wir singen zwar jeden Morgen (heute war der letzte Morgensang des Jahres) Adventslieder, aber vielleicht fehlen die richtigen Lieder? Maria durch ein Dornwald ging, singen wir auch!
Ich habe beschlossen, eine kleine chronologische Episode zu schreiben:

19.12.2025
Heute war Julespill, mit bestimmt 25 Mitwirkenden. Es begann draußen, vor der Tunet, mit einer Einführung und gemeinsamen Singen, dann ging es zum nächsten Hügel, da standen 3 Engel, einmal umdrehen, da gingen Maria und Josef, machten kurz Pause und Josef berichtete, wie es ihm erging. Die beiden gingen weiter, wir Zuschauer auch, bis zu einem kleinen Feuerchen. Da tauchte ein Hirte auf, der auf seine Kameraden wartete. Die beiden kamen dann auch. Sie bekamen sich noch fast in die Wolle – es war herrlich lustig. Dann waren sie furchtbar müde und legten sich schlafen. Und erschienen 10 Engel, die wunderschön von der bevorstehenden Geburt sangen. Die drei Hirten wachten auf und erzählten sich von ihren Träumen. Sie beschlossen, dem Stern zu folgen. Wir gingen weiter und begegneten wieder Maria und Josef, die an die erste Tür klopften. Wir begleiteten sie zu nächsten Tür, wo sie lauthals abgewiesen wurden. Dann gingen wir in die Halle. Hier zogen erstmal alle ihre Schuhe und Jacken aus. Hier war die dritte Tür und es war leider nur noch Platz im Stall. Hier wurde das Kind geboren und die Engel erschienen wieder, auch mit Klarinette. Die Hirten fanden sich ebenfalls ein. Es war ein wundervolles Julespill. So eines habe ich noch nie erlebt.
Das Juleprogramm ist heute mit der Post gekommen. Hier wird sehr schön deutlich, dass es sich in Norwegen (oder in ganz Skandinavien?) um den Julerommet – den Juleraum handelt. Weihnachten dauert hier länger, obwohl es hier auch nur 2 Weihnachtsfeiertage gibt. Es geht alles etwas beschaulicher zu.
Mir ist ja nicht nach Weihnachten. Und auch die Rauhnächte fühlen sich dieses Jahr anders an. Sie wollen dieses Jahr bei mir schon am 21.12. beginnen. Das war noch nie so. Und somit bin ich in die Malerverksted und habe mir weiße Farbe zum Übermalen meines Jahresrades mitgenommen. Ja, übermorgen geht es diesmal los. Das ist auch deshalb gut, weil ich Sonntag, 21.12. frei habe.

Seid ganz lieb gegrüßt
Ute