Seid ganz lieb gegrüßt,
Julerommet – der Weihnachtsraum – wird demnächst anbrechen. Das Juleprogramm ist neulich mit der Post gekommen. Hier wird sehr schön deutlich, dass es sich in Norwegen (oder in ganz Skandinavien?) um den Julerommet – den Juleraum handelt. Weihnachten dauert hier länger, obwohl es hier auch nur 2 Weihnachtsfeiertage gibt. Es geht vielleicht alles etwas beschaulicher zu. Aber dazu später.
Am 23. 12. hatte es übrigens etwas geschneit, als nur ein bisschen übergezuckert. 
Nach diversen Gesprächen wird klar, dass sich ganz viele Menschen ganz viele Gedanken machen müssen, damit da alles klappt und schön ist. Und hier stoße ich an meine Grenzen und bin schon soweit (noch bevor es richtig losgeht) mich für nächstes Jahr „abzumelden“. Also Urlaub nehmen und ggf. nicht da zu sein. Ich arbeite und es ist irgendwie klar, dass auch an den Feiertagen gearbeitet wird: Frühstück machen, Middag kochen, die Kühe müssen gemolken werden, vielleicht irgendwo Staubsaugen… das, was man zu Hause auch macht. Und hier im Haus ist es so, dass die meisten Bewohner nicht da sind, man könnte also mal gründlich….Und trotzdem kommen noch Aufgaben, wie für 23 Menschen Julegrøt (Milchreis) kochen dazu. (Für die anderen 23 Menschen kocht jemand anderes.) Doch der Reihe nach:
Am 23.12. (lille Juleaften) gab es ein kleines Feuer auf dem Tunet, wo jeder seinen Adventskranz verbrennen konnte. Es wurden Weihnachtslieder gesunden. Das war richtig schön.
Julegrøt wird in Norwegen traditionell am Juleaften (Heiligabend) gekocht. In dem großen Topf hatten wir eine Mandel „versteckt“. Wer sie findet (zwischen den Zähnen) bekommt das Marzipanschwein, dass Glück bringt. Mir stellte sich die Frage, warum gerade zu Weihnachten Milchreis? Reis war früher sehr wertvoll und deshalb gab es Milchreis (fast nur) zu Weihnachten. Und auch die Mandel, bzw Marzipan war etwas ganz besonderes.
Gegen 16 Uhr gab es eine Weihnachtsveranstaltung im Andresabygget, bei der ich nicht teilgenommen habe. Wir waren zu viert im Haus und haben es uns, so wie wir es wollten gemütlich gemacht. Eine wollte gar nichts, die andere war ganz woanders (im Dorf) eingeladen und wir zwei „Übriggebliebenen“ haben uns nac
h dem Essen zum Bestemorshus begeben um dort noch etwas zu feiern und zu singen.
Mitternacht muss wohl die Glocke am Andreasbygget geläutet haben (ich habe geschlafen). Es gab also noch eine Mitternachtsandacht. Eine Mitbewohnerin hat ihre Mutter in Oslo getroffen und sie erzählte, dass es eine lange Schlange vor der Kirche gab, viele Menschen in Tracht. Hier war niemand in Tracht, aber alle hatten sich Schick gemacht.
Am 1
. Weihnachtstag waren wir zu dritt eingeladen bei einem älteren Paar, er sitzt in einem hypertollen Rollstuhl. Allerdings in der Wohnung kommt er mit Rollator zurecht. An deren Weihnachtsbaum waren echte Kerzen, echte Rosen lagen auf den Zweigen (mit Wasserversorgung) und die Planetenzeichen hingen im Baum. Die Planeten hängen auch in dem großen Baum in Andreasbygget. Hier allerdings Papierrosen.
Die Hektik und der Stress der Vorbereitung sind einer ruhigen Zeit gewichen, Allerdings hatten wir auch keine Bewohner im Haus.
Jetzt ist für die nächste Zeit im Andreasbygget die Bearbeitung eines Bibeltextes vorgesehen. Nun, das möchte ich nicht.
Frohe Weihnachten oder God Jul!
