Die stille Woche und das Osterfest

Heisann alle sammen!

Komische Woche: das Wetter macht was es will – April! Ich habe beschlossen, ab Sonntag zu fasten und somit habe ich Donnerstag auf meinen Kaffee verzichtet. Und dann fiel mir ein, dass ich schon mal einen Entzug hatte. Ob ich denn ab jetzt immer auf Kaffee verzichte? Mal sehen. Wir hatten hier spilløvelse (Spielübung, Probe) zum 60. Jubiläum. So langsam nimmt es Formen an.

Es war diese Woche täglich Morgensammling und es ist schon interessant, wie die anthroposophischen Menschen ticken. So ganz werde ich damit wohl nie warm werden, aber das ist eine andere Sache. Am Mittwoch hat jemand über die Entstehung der (ja was ist das?) Zeit gesprochen. So entsteht der Tag nach der Sonne, der Monat nach dem Mond (von Vollmond zu Vollmond) und das Jahr nach den Sternen/Planeten. Die Woche wurde von den Menschen erfunden. So haben die alten Ägypter eine 10 Tage-Woche gehabt, in Indien gab es eine 6 Tage-Woche und die Römer hatten eine 8 Tage-Woche. Interessant auch, dass die Sowjets eine 4 Tage-Woche hatten, allerdings ganz unterschiedlich: während in der einen Fabrik Mittwoch war, war in der anderen schon Donnerstag. Der Ursprung der 7 Tage-Woche war angeblich (ich habe es nicht überprüft) in Babylon. Und im Alten Testament finden wir die Schöpfungsgeschichte mit 7 Tagen. Die Juden haben die 7 TageWoche aus Babylon mitgenommen. Allerdings ist bei den Juden der 7. Tag der Samstag/Sabbat.
Die Anthroposoph
en sehen die Wochentage in Zusammenhang mit den Planeten. So ist der Montag dem Mond (lila) zugeordnet, der Dienstag dem Mars(rot), Merkur (gelb) gehört zum Mittwoch, Jupiter (orange) zum Donnerstag. Der Freitag steht im Zeichen der Venus (grün), Sonnabend gehört zum Saturn (türkis) und Sonntag ist der Sonnentag. Ja, interessant. Ich habe das jetzt noch nicht großartig hinterfragt.

Palmsonntag wurde das Drei-Königs-Präparat aktiviert (eine Stunde rühren, und zwar nur in eine Richtung) und mit Reisig versprüht. Aber da war ich in der Telemark. Auch unsere Küchenfontäne habe ich nicht mitbekommen. Auf meinem Zettel steht jetzt die Frage, wo denn der Hauptwasserhahn des Hauses ist. Wäre ja mal gut zu wissen, falls so was noch mal passiert.
Ostern ist hier ab Gründonnerstag, der hier übersetzt Schneidedonnerstag heißt. Karfreitag heißt hier Langfredag. 4 Feiertage. Feiertage sind hier im Felleskap nicht frei, es muss ja immer gekocht werden. Es heißt, reduziert zu arbeiten, was denn so anliegt. Das Osterprogramm hatte es in der ganzen Woche ja schon in sich. die Feiertage waren dann recht ruhig. Ostersonntag lausig kalt und Schnee, trotzdem fand die Osterhasenjagd statt. Es galt, Eier und Osterhasen zu finden, wer wollte. Unsere Kapelle wurde fleissig genutzt, für Abendversammlungen zum gemeinsamen Singen oder zu Karfreitag und Ostersonntag zu einem anthroposophisch-chrislichen „Gottesdienst“. Ich weiß es nicht, ich habe mich da rausgehalten. Ostermontag dann bis 13 Grad und strahlender Sonnenschein. Und weil es so schön war, habe ich Sonntag 2 Bewohner wieder nach Hause gefahren und am Montag einen Bewohner von seiner Schwester abgeholt. Und diese Fahrt war wirklich schon, auch (oder vielleicht deshalb) weil die Strecke so aufregend ist. Geradeaus kann ja jeder!

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute