Archiv der Kategorie: Norwegen

Godt Nyttår!

Seid ganz lieb gegrüßt og Godt  ,

Julerommet – der Weihnachtsraum – ist noch nicht vorbei, auch wenn schon heute (Neujahr) wieder einige zurück sind. In den nächsten Tagen bleiben die Werkstätten noch geschlossen, vieles läuft noch anders ab, als vor Weihnachten. Ich muss sagen, dass ich das ganz gut finde. Vom 7. bis 9. Januar ist dann noch Kulturwoche geplant. Da bin ich mal gespannt.
Zu Weihnachten habe ich von einer guten Freundin ein Buch geschenkt bekommen, dass ich auch sofort lesen musste: Gebrauchsanleitung für Norwegen. Ein tolles Buch, witzig geschrieben und es beleuchtet Norwegen von allen Seiten. Inklusive Geschichte und politischen Pointen. Es kam die Frage auf, warum Deutsche so gern in Norwegen Urlaub machen: weil sie hier (wenn man es richtig macht) tagelang keine Menschenseele treffen. Allerdings machen es die wenigsten richtig. In meinem Urlaub wurde ich von einem Bekannten gefragt, warum ich denn ausgerechnet nach Norwegen gegangen bin. Tja, vielleicht gerade deswegen? Weil ich hier, wenn ich frei habe, oder jetzt im Julerom einfach allein in die Natur gehen kann und für mich sein kann. Wer nach Norwegen geht, muss die Natur mögen, sonst wird es nichts. Der Norweger prahlt nicht. Und in Norwegen sind alle Menschen gleich. Die Lohnunterschiede sind nicht so gravierend, wie in Deutschland und alle haben die gleichen Chancen. Das finde ich gut. Bemerkenswert ist, dass die Norweger neidisch sind. Auf den Nachbarn, der ein etwas größeres Auto hat… naja, Neid gibt es in meiner Familie nicht und deshalb kann ich das nicht wirklich nachvollziehen. Nach dem Lesen des Buches habe ich festgestellt, dass ich mit diesem Blog auch eine Gebrauchsanweisung schreibe. Allerdings nicht für Norwegen, dass maße ich mir nicht an. Aber für Vidaråsen. Das ist doch auch schon mal was.
Heute morgen war ich dann auch im Wald, allein, in Ruhe und Stille, mit meinem Tagebuch und einer Kerze. Das war schön.
Seid lieb gegrüßt und habt ein tolles 2026!

God Jul!

Seid ganz lieb gegrüßt,

Julerommet – der Weihnachtsraum – wird demnächst anbrechen. Das Juleprogramm ist neulich mit der Post gekommen. Hier wird sehr schön deutlich, dass es sich in Norwegen (oder in ganz Skandinavien?) um den Julerommet – den Juleraum handelt. Weihnachten dauert hier länger, obwohl es hier auch nur 2 Weihnachtsfeiertage gibt. Es geht vielleicht alles etwas beschaulicher zu. Aber dazu später.
Am 23. 12. hatte es übrigens etwas geschneit, als nur ein bisschen übergezuckert.
Nach diversen Gesprächen wird klar, dass sich ganz viele Menschen ganz viele Gedanken machen müssen, damit da alles klappt und schön ist. Und hier stoße ich an meine Grenzen und bin schon soweit (noch bevor es richtig losgeht) mich für nächstes Jahr „abzumelden“. Also Urlaub nehmen und ggf. nicht da zu sein. Ich arbeite und es ist irgendwie klar, dass auch an den Feiertagen gearbeitet wird: Frühstück machen, Middag kochen, die Kühe müssen gemolken werden, vielleicht irgendwo Staubsaugen… das, was man zu Hause auch macht. Und hier im Haus ist es so, dass die meisten Bewohner nicht da sind, man könnte also mal gründlich….Und trotzdem kommen noch Aufgaben, wie für 23 Menschen Julegrøt (Milchreis) kochen dazu. (Für die anderen 23 Menschen kocht jemand anderes.) Doch der Reihe nach:
Am 23.12. (lille Juleaften) gab es ein kleines Feuer auf dem Tunet, wo jeder seinen Adventskranz verbrennen konnte. Es wurden Weihnachtslieder gesunden. Das war richtig schön.
Julegrøt wird in Norwegen traditionell am Juleaften (Heiligabend) gekocht. In dem großen Topf hatten wir eine Mandel „versteckt“. Wer sie findet (zwischen den Zähnen) bekommt das Marzipanschwein, dass Glück bringt. Mir stellte sich die Frage, warum gerade zu Weihnachten Milchreis? Reis war früher sehr wertvoll und deshalb gab es Milchreis (fast nur) zu Weihnachten. Und auch die Mandel, bzw Marzipan war etwas ganz besonderes.
Gegen 16 Uhr gab es eine Weihnachtsveranstaltung im Andresabygget, bei der ich nicht teilgenommen habe. Wir waren zu viert im Haus und haben es uns, so wie wir es wollten gemütlich gemacht. Eine wollte gar nichts, die andere war ganz woanders (im Dorf) eingeladen und wir zwei „Übriggebliebenen“ haben uns nach dem Essen zum Bestemorshus begeben um dort noch etwas zu feiern und zu singen.
Mitternacht muss wohl die Glocke am Andreasbygget geläutet haben (ich habe geschlafen). Es gab also noch eine Mitternachtsandacht. Eine Mitbewohnerin hat ihre Mutter in Oslo getroffen und sie erzählte, dass es eine lange Schlange vor der Kirche gab, viele Menschen in Tracht. Hier war niemand in Tracht, aber alle hatten sich Schick gemacht.
Am 1. Weihnachtstag waren wir zu dritt eingeladen bei einem älteren Paar, er sitzt in einem hypertollen Rollstuhl. Allerdings in der Wohnung kommt er mit Rollator zurecht. An deren Weihnachtsbaum waren echte Kerzen, echte Rosen lagen auf den Zweigen (mit Wasserversorgung) und die Planetenzeichen hingen im Baum. Die Planeten hängen auch in dem großen Baum in Andreasbygget. Hier allerdings Papierrosen.
Die Hektik und der Stress der Vorbereitung sind einer ruhigen Zeit gewichen, Allerdings hatten wir auch keine Bewohner im Haus.
Jetzt ist für die nächste Zeit im Andreasbygget die Bearbeitung eines Bibeltextes vorgesehen. Nun, das möchte ich nicht.

Frohe Weihnachten oder God Jul!

Milchkühe und Rinder

Seid gegrüßt, ihr Lieben!

Im November habe ich früh mit dem demeter-Bauern gesprochen, der den Hof leitet. Es fuhr nämlich ein Tiertransport vom Hof und ich fragte ihn, wer denn da auf dem Weg zum Schlachter sei. 5 Schweine.
Auf dem Hof wohnen neben den Schweinen und Schafen noch 11 Milchkühe, mit Kälbern und Jungtieren. Er sagte mir, dass die Rinder meistens bei Bedarf geschlachtet werden. Die Kuhherde ist eine Mischung aus verschiedenen Rassen. So haben wir Schwarz-weiße Rinder, Telemarksrinder, Norsk Rødfe (Rotvieh) und eine getigerte Rasse. Es sind alles norwegische Rassen. Ich finde ja, dass die meisten unserer Kühe recht kurze Beine haben, aber vielleicht sieht es auch nur so aus, weil fast alle tragend sind. Im besten Fall geben alle Kühe zusammen 200 l pro Tag, im November waren es 30 l und ich glaube, jetzt müssen wir zukaufen, weil wohl gerade keine Kuh gemolken wird. Das weiß ich aber nicht so genau. Sie sollten fast alle trockengestellt werden, weil die meisten bald kalben. Diese Zeit wurde genutzt, um notwendige Renovierungsarbeiten in den Räumen mit der Melkanlage etc. zu veranlassen.

Was ich ja jetzt wirklich schade finde, dass ich nicht mitbekommen habe, dass die Rinder auf der Sommerweide waren. Die Kühe gehen natürlich nicht so weit auf auf die Weise, weil sie ja zum Melken immer wieder nach Hause müssen. Aber die Jungrinder dürfen den ganzen Sommer auf „der Alm“ sein. Es gibt Zäune, in der Nähe des Dorfes, ich vermute jedoch, dass die für die Kühe sind. Die Rinder haben dann einen GPS-Sensor, damit die nicht verloren gehen. Auch irgendwie kontra – einerseits dürfen die Rinder ihre Hörner behalten – wegen der Strahlung aus dem Kosmos und dann so ein technischer Kram. Aber Zäume sind vermutlich zu aufwändig. Wie an das wohl früher gelöst hat?

Schafe haben hier in Norwegen, wenn sie auf weitläufigen Weiden unterwegs sind Glocken um. Ob unsere Schafe das auch haben, wenn sie unterwegs sind, kann ich nicht sagen. Dazu dann in einem halben Jahr mehr…

Ich mag unsere Kühe ja sehr gern, vor allem, weil sie so unterschiedlich sind. Ein von den schwarz-weissen Kühen hat keine Hörner. Die sind einfach nicht gewachsen. Erstaunlich. Ich wusste nicht, dass es so was auch gibt.

Seid ganz lieb gegrüßt

Ute

Die längste Nacht

Seid ganz lieb gegrüßt, ihr Lieben!

Ich liebe ja den Morgen, und so ist es jetzt auch vor 8 Uhr, ich habe frei und gehe nach dem Kaffee in den Wald. Soloppgang (Foto unten) heute 9:16 Uhr und somit werde ich den hell werden Tag draußen erleben. Darauf freue ich mich. Schön, dass ich gestern und heute frei habe, so kann ich ganz bewusst in die Rauhnächte gehen.

Liebe Grüße

19.12.2025 Julespill

Seid ganz lieb gegrüßt!

Ein komisches Gefühl, heute ist der erste Bewohner aus unserem Haus in den Weihnachtsurlaub gefahren. Mir ist so gar nicht nach Weihnachten. Wir haben aus der Halle sogar schon einen trockenen Baum rausgeschmissen. Was soll der auch noch weiter nadeln? Wir singen zwar jeden Morgen (heute war der letzte Morgensang des Jahres) Adventslieder, aber vielleicht fehlen die richtigen Lieder? Maria durch ein Dornwald ging, singen wir auch!
Ich habe beschlossen, eine kleine chronologische Episode zu schreiben:

19.12.2025
Heute war Julespill, mit bestimmt 25 Mitwirkenden. Es begann draußen, vor der Tunet, mit einer Einführung und gemeinsamen Singen, dann ging es zum nächsten Hügel, da standen 3 Engel, einmal umdrehen, da gingen Maria und Josef, machten kurz Pause und Josef berichtete, wie es ihm erging. Die beiden gingen weiter, wir Zuschauer auch, bis zu einem kleinen Feuerchen. Da tauchte ein Hirte auf, der auf seine Kameraden wartete. Die beiden kamen dann auch. Sie bekamen sich noch fast in die Wolle – es war herrlich lustig. Dann waren sie furchtbar müde und legten sich schlafen. Und erschienen 10 Engel, die wunderschön von der bevorstehenden Geburt sangen. Die drei Hirten wachten auf und erzählten sich von ihren Träumen. Sie beschlossen, dem Stern zu folgen. Wir gingen weiter und begegneten wieder Maria und Josef, die an die erste Tür klopften. Wir begleiteten sie zu nächsten Tür, wo sie lauthals abgewiesen wurden. Dann gingen wir in die Halle. Hier zogen erstmal alle ihre Schuhe und Jacken aus. Hier war die dritte Tür und es war leider nur noch Platz im Stall. Hier wurde das Kind geboren und die Engel erschienen wieder, auch mit Klarinette. Die Hirten fanden sich ebenfalls ein. Es war ein wundervolles Julespill. So eines habe ich noch nie erlebt.
Das Juleprogramm ist heute mit der Post gekommen. Hier wird sehr schön deutlich, dass es sich in Norwegen (oder in ganz Skandinavien?) um den Julerommet – den Juleraum handelt. Weihnachten dauert hier länger, obwohl es hier auch nur 2 Weihnachtsfeiertage gibt. Es geht alles etwas beschaulicher zu.
Mir ist ja nicht nach Weihnachten. Und auch die Rauhnächte fühlen sich dieses Jahr anders an. Sie wollen dieses Jahr bei mir schon am 21.12. beginnen. Das war noch nie so. Und somit bin ich in die Malerverksted und habe mir weiße Farbe zum Übermalen meines Jahresrades mitgenommen. Ja, übermorgen geht es diesmal los. Das ist auch deshalb gut, weil ich Sonntag, 21.12. frei habe.

Seid ganz lieb gegrüßt
Ute

Kunstwerke aus Betong

Seid ganz lieb gegrüßt!

Ich hatte schon über die Nonnenlampen berichtet. Es gibt hier noch andere Dinge aus „betong“.

So gibt es interessante Wasseranlagen. Das Wasser wird durch eine Pumpe auf eine kleine Anhöhe gepumpt und dann darf es über verschiedene Becken aus Beton laufen. Es gibt hier in Vidaråsen mindestens 4 solcher Beckenläufe. Davon 2 im Dorf, die anderen beiden sind an die Ökokläranlage angeschlossen. (Hier im Dorf wird nur mit Sonett oder Ecover gewaschen, gespült, geputzt etc. Ausnahme ist die Schmierseife, das ist wohl ein norwegisches Produkt.) Das Wasser läuft von oben in das nächste Becken und läuft erst auf die eine Seite, dann auf die andere und dann erst in die nächste Schale. Es läuft einmal eine 8 und in der nächsten ebenfalls. Gerade von oben betrachtet sieht das sehr schön aus. In breiten, flachen Schalen hat das Wasser mehr Zeit und einen längeren Weg, in kleinen, tiefen Becken, geht es schneller. Dieses Prinzip geht möglicherweise auf Schauberger zurück. Allerdings weiß ich es nicht genau.
Anfang Oktober gab es diesen Sturm „Amy“, der unser Dorf vom Strom befreit hat. Somit standen auch die Wasserläufe still. Komisch. Es beruhigt doch ungemein, diesem Gluckern und Glucksen zuzuhören.
Im Dorf und auch auf dem Gelände der Steinerskole finden sich solche anmutigen Wesen. Auch apart, irgendwie.

Seid ganz lieb gegrüßt.
ute

Einmal Deutschland und zurück

Seid ganz lieb gegrüßt!

Ich bin noch nicht mal wieder zu Hause (in Norwegen), da klappe ich meinen Rechner auf und muss etwas schreiben.
Zunächst will ich mich bei allen lieben Menschen bedanken, denen ich begegnen durfte. Vielen Dank für tolle Gespräche, eure Offenheit und eure Gastfreundschaft.
Ich hatte eine recht ruhige Überfahrt ab 8 Uhr nach Hirtshalts und bin wunderbar durch Dänemark gefahren. Ohne Probleme. In Dänemark habe ich auch planmäßig getankt. Auch an Autobahntankstellen ist der Diesel günstiger als in Meck-Pom! Und das schon seit einiger Zeit. In Deutschland ging es auch ganz gut, bis das Auto mir sagte, dass ich bitte mal den Ölstand kontrollieren möchte. Es war dunkel, die letzte Information war, dass in 7 km eine Autobahntankstelle sei. Oder doch hier abfahren? Weit und breit kein Anzeichen (Lichtzeichen) einer Siedlung. Also Autobahn. Kein Öl im Angebot. Hm. Sonderbar. Der Laden sah sowieso recht ausgeräubert aus. Das Auto hatte noch Öl, aber nicht mehr viel. Also fuhr ich weiter, aber sachte. Die Lampe leuchtete nicht mehr. Da der Elbtunnel gesprerrt war, fuhr ich also da lang, wo alle lang fuhren: Neumünster Richtung Bad Segeberg, weiter auf die A 21. Da ging die Lampe wieder an! Autobahntankstelle. Auch dieser Laden war sehr leer. Und Öl hatten sie auch keines. Aber der Mensch hinter dem Tresen war freundlich und klärte mich auf: Alle 5 Jahre werden die Autobahntankstellen neu ausgeschrieben und der Pächter muss wechseln. Natürlich werden dann keine Dinge nachgekauft. Logisch. Er riet mir, nach Ahrendsburg zu fahren, da gäbe es eine Aral-Tankstelle. Ich bin fast wahnsinnig geworden, weil das Navi ständig das GPS verloren hatte und ich langsam wirklich Bedenken hatte, das sich der Motor festfährt. Ich habe es geschafft und stand vor dem Ölregal… welches Öl? Egal. Und es war gut so, mein Blutdruck konnte runter und ich weiter fahren. Nach insgesamt gut 13 Stunden war ich bei meinen Eltern, südlich von Hamburg.
Meiner Mama ging es nicht gut und sie ist auch Mittwoch ins Krankenhaus, vermutlich eine Fischvergiftung. Mit meinem Bruder, der zur Zeit ein Praktikum als Schiffsarzt auf der „Seawatch“ macht, war ich ständig über Whatsapp in Kontakt. Er schippert vor der libyschen Küste und ist Ende Dezember wieder zu Hause. (Meine Mama ist Sonnabend aus dem Krankenhaus entlassen worden. Und es geht ihr besser. Das ist doch gut.) Donnerstag bin ich weiter nach Güstrow. In der alten Heimat habe ich viele wunderbare Menschen getroffen, tolle Gespräche gehabt und an drei verschiedenen Orten geschlafen. Es war richtig schön. Empfehlenswert ist „Dat Café“ in Güstrow in der Mühlenstraße. Schönes Ambiente, glutenfreie Auswahl und sehr freundliche Bedienung. Glutenfrei ist für mich jetzt nicht ausschlaggebend, aber es ist wirklich sehr lecker!
Der Weg zurück war weniger selbst fahren, mehr gefahren werden, übers Wasser. So war ich ganz begeistert, von meiner Route: über Rostock – Gedser nach Dänemark. Auf dem Schiff fragte mich die Bedienung am Kaffeetresen, ob ich svensk sei! Natürlich habe ich versucht norsk zu sprechen (die Dänen, Schweden und Norweger verstehen sich). Aber svensk? Nun gut. Die Fähre ist eine Hybridfähre, d.h. sie fährt mit Diesel und sie nutzt Windkraft mithilfe eines Rotorsegels. Sehr interessant. Dieses Rotorsegel ist ein 30 m hoher Zylinder, der sich durch den Wind dreht. Damit wird Diesel gespart. Sieht etwas sonderbar aus, aber so war ja mal der Urgedanke der Seefahrt – Wind zu nutzen. In Dänemark habe ich an der ersten Tankstelle, die ein ganzes Stück von der Kaimauer entfernt ist, getankt. Für DKK 12,59, das sind „übern Daumen“ weniger als 1 Euro (grob geteilt durch 14). Kvittering bekam ich auch, also weiter! Es sind von Gedser bis Køpenhavn 150 km. Und das Navi habe ich erst nach dem Weg gefragt, als ich schon durch die Stadt geeiert bin. Ich habe diesmal auf einen Nervenzusammenbruch wegen des Navis verzichtet und bin locker und viel zu früh am Anleger gewesen. Das Einchecken ging auch früher los, als erwartet, also gut organisiert. Hinein in den Schiffsbauch, weiter, weiter… ganz am Ende noch keine Autos… einmal rum um die Mittelkonstruktion (oder wie auch immer die Treppenaufgänge in der Mitte heißen) und auf den anderen Seite des Autodecks zurück. Das war anders als bekannt. Also ist dies keine Fähre, wo man mit dem Auto hinten rein fährt und vorn wieder raus (oder umgekehrt). Diese Fähre hat also nur eine Autoklappe. Was mich an dieser Überfahrt besonders begeistert hat, war die Route an sich. Nun war es leider dunkel und somit konnte man nicht so viel sehen. Wir sind an der schwedischen Küste entlang gefahren, mit dem beleuchteten Küstenstreifen, auf der dänischen Seite etwas weniger hell, wunderschön. Sterne gab es keine, zu wolkig. Im Sommer, oder wenn es abends länger hell ist, muss es richtig schön sein, da lang zu fahren. Gespeist habe ich am Büffet, was ich durchaus empfehlen kann. Für Kinder gab es eine niedrigere Theke, das fand ich auch sympatisch. Nach einer unruhigen Nacht, es war ganz schön wellig, bin ich nach ca 10 Stunden Schlaf gut ausgeruht aufgewacht. Da ich nicht der Frühstücker bin, gab es Kaffee und Wasser und dann müsste ich auf Deck! Was für schöne Ausblicke! Hinter uns kam das Fährschiff der Colorline (Kiel-Oslo). Wir wollten ja beide um 10 Uhr in Oslo sein – also musste sie über kurz oder lang auftauchen. Vorbei an Fæstningen Oscarsborg (da will ich auch mal hin), Oslofjordens smalleste stræde. Es war eine schöne Tour.

Ich grüße Euch von Herzen

Ute

Urlaubsvorbereitung

Seid gegrüßt, ihr Lieben,

am 07.12. geht morgens um 8 Uhr die Fähre nach Hirtshals/Dänemark. Dann erwartet mich eine lange Autofahrt durch Dänemark und Schleswig/Holstein. (Trara! Der Elbtunnel ist genau dieses Wochenende gesperrt!) Bei meinen Eltern will ich ein paar Tage sein, um dann noch nach MV zu fahren. Andere Wege von Vidaråsen nach Norddeutschland gehen mit der Fähre von Sandefjord nach Strömstad/ Schweden und einer langen Autofahrt durch Schweden dann weiter entweder mit der Fähre nach Rostock oder weiter über Dänemark mit der Fähre nach Rostock. Ich wohne wirklich verkehrstechnisch günstig. Oslo ist auch nicht weit weg, also die Fähren  Oslo > Kiel oder Oslo > Kopenhagen sind auch machbar, allerdings über Nacht und ein Preisvergleich lohnt sich. Flüge gibt es auch nach Hamburg, damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt. Mit dem Auto sind es etwa 800 bis 1000 Kilometer. Das braucht seine Zeit. Trotzdem freue ich mich auf die Fahrt. Zurück ist die Fähre Rostock > Gedser am Sonntag 14.12. geplant und dann Kopenhagen > Oslo, wo ich dann am 15.12. um 10 Uhr anlande.

Urlaubsvorbereitung ist doch auch sehr schön. Packen, überlegen, was mitkommen soll…und was mit hierherkommt. Denn ich musste ja einige Sachen in meinen alten Zuhause lassen, weil ich den Transporter zu klein geschätzt habe. So kann ich mich noch von einigen lieben Menschen besonders verabschieden.
Aber wie geht das eigentlich in einer Gemeinschaft und mit einem Auto?


Ich habe den Passat r
ød für die Zeit meines Urlaubs „gebucht“. Ich werde ihn vorher voll tanken und was ich unterwegs tanken muss, strecke ich vor. Privatfahrten zahle ich mit 2 NOK pro Kilometer. ca. 15 Cent. Allerdings gilt diese Fahrt ja noch zu 2/3 als Umzug und somit kann ich bei der Gemeinschaft Umzugshilfe beantragen. Ich bekomme ja ein Taschengeld und davon kann ich die Fahrt nicht allein bestreiten.
An einem Gebäude ist eine große weiße Tafel, an der jeder Wochentag und jedes Auto aufgezeichnet ist. Auch, ob es ein E-Auto oder ein Diesel ist, ob es Automatik- oder Schaltgetriebe hat. Piggdecks (Winterreifen mit Spikes) hat oder piggfri ist. Ein Auto ist für Dienstfahrten reserviert. Zwei Autos für die Praktikanten. Alle anderen Autos darf man nutzen, wenn sie frei sind. Längere Fahrten, wie z.B. meine Urlaubsfahrt habe ich vorher geklärt und erst anschließend die Fähre gebucht. Passat rød ist ein Automatik, mit dem ich schon in Drammen war: fährt sich gut.
Sonntag geht es also 8 Uhr ab Larvik los. Gut ist es, um 7 Uhr da zu sein, also um 6 Uhr losfahren… ggf. Eiskratzen, alles einladen, vorher den Schlüssel holen. Jedes Auto hat seinen Parkplatz und seinen festen Schlüsselplatz.
Auch das ist auf der Autotafel angegeben. Trotz der guten Beschreibung, wo sich was befindet, habe ich gerade Passat rød schon gesucht. Vor allem, weil „rot“ eine Frage der Definition ist.

Seid lieb gegrüßt, ich freue mich auf die Reise, das Ankommen, die Begegnungen und das Wiederkommen.

Ute

Winterschuhe

Seid ganz lieb gegrüßt, ihr Lieben!

Das Wetter scheint weiterhin mild zu bleiben. Obwohl es hier durch den Frost und den anschließenden Regen teilweise extrem glatt wurde. So bin ich gleich auf dem Weg zum Ullsteinhus, wo ich am Montag (1.12.) essen durfte, umgedreht und habe meine neuen Spikeschuhe angezogen. Also wie die Autoreifen, mit Spikes, oder Piggs, wie sie hier heißen. Ich glaube, diese Schuhe werden noch wirklich wichtig werden. Allerdings habe ich in einem normalen Schuhladen mal geschaut und an einigen Schuhen stand tatsächlich 30 °C. Ja, solche Schuhe bräuchte man bei 18 °C. Jemand anderes sagte mir, dass die skandinavischen Winterschuhe eine weichere Gummimischung haben, als die europäischen Winterschuhe. Das habe ich bei meinen „Wolfskin-Schuhen“ schon gemerkt. Wir hatten ja schon lange Tage mit Minustemperaturen. Da waren meine Stiefel ganz schon laut, also hart in der Sohle. Jetzt also Spikeschuhe. Sie haben mich sicher durch den rutschigen Abend gebracht. Auf dem Karton stand, dass man keinen Gedanken an Unsicherheit verschwenden muss. Kann ich bestätigen. Möglicherweise brauche ich doch noch ein paar Winterschuhe, falls ein Paar durchweicht. Matschwetter soll es hier auch geben. Für milde Temperaturen, so wie jetzt, reichen auch meine Barfußschuhe. Die trage ich auch am liebsten, weil meine Füße darin in der Breite wirklich den meisten Platz haben.
Hier ziehen alle, wenn sie in ein Haus kommen die Schuhe aus. Und man sieht auch, wo Spikeschuhe auf Linoleum oder Holz getragen wurden…

Seid ganz lieb gegrüßt

Der Sockentod

Seid herzlichst gegrüßt!

Am Donnerstag hing ich 10 Socken auf, am Freitag nahm ich 9 ab. Das kam mir komisch vor. Es gibt einen Bewohner im Haus, der seine Socken zerstört. Meist am Fuß, während er sie an hat. Aber nun fehlte mir ein Socken. Vor 2 Wochen war schon mal ein Socken abhanden gekommen, allerdings passiert das bei mir gelegentlich. Dann bleibt ein Socken im Hosenbein hängen oder geht auf dem Weg zur Waschmaschine verloren. Auf jeden Fall finden sich über kurz oder lang meine Socken wieder zusammen. Eine Bewohnerin klagte auch über einen fehlenden Socken. Nun war ich so frech und habe mal in die Schubladen dieses Bewohners geschaut. Da war meine Wollsocke! Ein freudiges Wiedersehen! Allerdings fand ich auch im Papierkorb die traurigen Überreste meines grauen Sockens, den ich schon 2 Wochen vermisse. Also werde ich Socken nur noch oben in meiner Wohnung trocknen und nicht mehr unten in der Waschküche. Und ein Weihnachtsgeschenk habe ich auch schon für diesen Bewohner: die zweite Socke!

Seid lieb gegrüßt

Ute