Seid ganz lieb gegrüßt!
Am Sonntag 11.1., bin ich zu meiner Freundin in die Telemark gefahren. Da sie am Montag arbeiten musste, bin ich also gegen halb 6 morgens los. Natürlich nicht, ohne vorher noch mal auf das Thermometer zu schauen. Minus 22 Grad. Nun gut. Das Auto ist ein Skoda Yeti, Automatic, Diesel. Er fährt gut und ich bin froh, ihn nutzen zu dürfen. Es ist also dunkel, als ich losfahre und ich fahre sehr achtsam. Auf der Autobahn ist alles geräumt, keine Gefahr und alle, die unterwegs waren fahren vorsichtig. Irgendwann fuhr ich in Porsgrunn ab. Porsgrunn ist eine Industriestadt, die in ganz Norwegen für Porzellan bekannt ist. Es gibt auch ein Porzellanmuseum. Ein anderes Mal. Ab Porsgrunn geht es raus, in die Wildnis. Kleinere Straßen, ohne Begrenzungspfähle, dafür gibt es Stäbe, die mit Refleks beklebt sind. Das Thermometer am Auto zeigte zwischendurch minus 23 Grad an. Und, das habe ich noch nie erlebt: die Motortemperatur lag nicht bei 90 Grad, wie noch vor ein paar Kilometern, sondern nur noch bei 70 Grad. Interessant.
Es ist immer wieder schön, durch Norwegen zu fahren. Es wurde dann auch langsam hell. Und dann bog ich in die 355 ein, die Straße, an der Fyresdal liegt. Eine Straße in einem fürchterlichen Zustand, weshalb sie auch gerade erneuert wird. Mit allem, was norwegische Straßenbauer können: Sprengungen. Sie wird also auch verbreitert. Zumindest an einigen Stellen. Sonntags wird natürlich nicht gebaut. Die Sonne stieg auf und der Himmel war blau und es bot sich ein atemberaubender Blick auf die Landschaft. Aber irgendwie wollte ich nicht anhalten… Hätte ich mal bloß, als ich ankam, war der Himmel verhangen. Ich brauchte gut 4 Stunden für die Fahrt.
Das Haus ist ca 150 Jahre alt und entsprechend unmodern ausgestattet. Es gibt drei Öfen
, die bei den gestrigen Temperaturen allerdings das Haus nicht schaffen, warm zu halten. Es war dort minus 14 Grad.
Wir haben trotzdem schön erzählt und einen Rotwein genossen und vorher waren wir noch spazieren, bzw. die Natur erkunden. Es war ein sehr schöner Tag.
Morgens war es nur noch minus 7 und es schneite. Auf der 355 habe ich dann einen Elch gesehen. Also nicht auf der Straße, sondern auf der Wiese, rechts neben der Straße. Und es gab einen Zaun zwischen Elch und Straße. Es war ein Jungtier. Ich war begeistert. Vor allem, weil es nicht gefährlich war. Es schneite fast den ganzen Rückweg.
Kurz vor Porsgrunn hörte es auf. Es wunderte mich, dass es hier nicht geschneit hatte, aber das Wetter kann es sich ja durchaus anders überlegen. Morgen soll es hier schneien. Hoffentlich. Das wäre noch mal schön, etwas mehr Schnee zu haben.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Ute
